Reich beschenkt vom Arbeitseinsatz in Ghana
Schülerinnen der Bonner Liebfrauenschule helfen beim Bau einer Schule in Afrika
„Und vor allem haben wir gespürt, dass wir, die wir ja eigentlich nach Ghana gefahren waren, um den Menschen dort etwas zu geben, selbst reich beschenkt zurückkamen." Auf diesen Nenner bringen Alexandra Adenauer, Laura Jörger, Nina Kiesewetter, Rosalie Seppelt und Mirjam Steiner die Erfahrungen ihres vierwöchigen Aufenthalts in dem afrikanischen Land. Die Schülerinnen der Erzbischöflichen Liebfrauenschule in Bonn (LFS) waren gemeinsam mit ihrer Lehrerin Sr. Dorothea Hahn und mit fünf Schülern sowie einem Lehrer aus dem polnischen Wroclaw (Breslau) nach Ghana gereist, um dort beim Aufbau einer Schule zu helfen. Es war der dritte Arbeitseinsatz von Mädchen der LFS in Ghana, den sie gemeinsam mit polnischen Jugendlichen durchgeführt haben. Für diese Partnerschaft und den gemeinsamen Entwicklungshilfeeinsatz war die Eine-Welt-AG der Liebfrauenschule im Frühjahr diesen Jahres mit dem Jugendpreis 2009 des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis ausgezeichnet worden. Darüber hinaus engagiert sich die LFS aber schon seit 13 Jahren unter der Überschrift „Mädchen helfen Mädchen" mit großem Einsatz in dem westafrikanischen Land.
„Das Ganze war für alle Beteiligten eine Riesen-Herausforderung", erzählt Dorothea Hahn. Ziel des diesjährigen Einsatzes war die Hilfe beim Bau einer Vorschule in dem Dorf Adentia bei Sunyani, einem Projekt der Salesianer Don Boscos. „Schon allein das Klima und das andere Essen setzten uns in der ersten Zeit zu, ganz zu schweigen von der Armut, mit der wir konfrontiert wurden", berichten die Zwölftklässlerinnen. In ihrer Unterkunft mussten die „Gastarbeiter" für sich selber sorgen, was jeweils zwei Jugendliche übernahmen, während die anderen acht den einheimischen Arbeitern am Bau halfen. „Wir als Neulinge - und besonders wir Mädchen - durften anfangs nur Zement für das Fundament und Sand tragen, später Steine für die Mauern", berichten die Schülerinnen. Die Arbeit war für alle eine körperliche Herausforderung. Nachmittags übernahmen die Gäste aus Deutschland und Polen die Aufgabe, das tägliche Spiele- und Sportprogramm der Salesianer für die Kinder und Jugendlichen in Adentia zu organisieren. Nach anfänglicher Unsicherheit, was man spielen könnte und wie man sich verständigen sollte, „war uns bald klar, dass wir keine besonderen Spiele brauchten. Diese Kinder sind glücklich, sobald man ihnen Aufmerksamkeit schenkt, ihnen zuhört und ihnen Zuneigung gibt. Im Nachhinein sind wir beeindruckt, wie glücklich Kinder sein können, auch wenn sie fast nichts haben.“ Ein Höhepunkt der Reise war für Alexandra, Laura und Nina sowie für Jacek aus Polen ihre Firmung durch Bischof Matthew Gyamfi von Sunyani. Bereits während des Arbeitseinsatzes 2003 wurden erstmals Schülerinnen der LFS in Ghana gefirmt, weil sie aufgrund der Reise ihren eigentlichen Firmtermin in Deutschland verpasst hätten. Diesem Beispiel folgten 2006 zwei weitere Schülerinnen und dieses Mal nun vier Jugendliche. „Es war für uns eine große Freude, die Firmung in Ghana zu empfangen", berichten die frisch Gefirmten, die ihren Besuch in Afrika auch aus religiöser Sicht als große Bereicherung empfanden. „Der Aufenthalt in Ghana hat uns nachdenklicher gemacht und im Glauben gestärkt. In Ghana ist die Kirche lebendig und jung.“ Da mache es dann auch nichts, wenn ein Gottesdienst mal bis zu drei Stunden dauerte: „Die Gottesdienste waren immer ein großes Fest für alle. „Auch wenn unsere Mitarbeit vielleicht nur ein Tropfen im Meer war. Aber der hat etwas bewirkt, und für uns Jugendliche ist es schön zu wissen, dass wir etwas geschafft haben und helfen konnten, wenn auch nur im Kleinen", so die Meinung der jungen Bonnerinnen.
BEATE BEHRENDT-WEISS
Kirchenzeitung Köln 39/09 vom 25. September
Mehr Informationen zu dem erwähnten Ghana Einsatz finden Sie hier...


